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In letzter Sekunde, vor Weihnachten 2009, sind nun die lange erwarteten IC-Doppelstockwagen ausgeliefert worden. Hobbytrain hat damit einen sehr detaillierten und schönen Zug auf die Modellbahngleise gestellt.

Die Fahreigenschaften sind, bei exakt verlegtem Gleis sehr gut. Allerdings kann die hohe Masstäblichkeit der Wagenkonstruktion mit einem freien Bodenabstand zwischen Wagenkasten und Schienenkopf von ca. 0,5mm, und dem sehr passgenauen Drehgestell mit aufgesteckter Seitenblende, bei ungünstig gestalteten Gleisanlagen die Fahreigenschaften einschränken. Ich denke jetzt noch nicht einmal an Fehler im Gleisbau der Anlage, mit Gleisverwerfungen etc. Verschiedentlich ist es nun Vorgekommen, dass das Einfahren in Rampen, oder enge Kurven (R2), bereits Probleme bereiten können.

Auch bei meiner Anlage hatte ich so meine Anfangsschwierigkeiten mit dieser sehr gelungenen Zugskomposition gehabt. Bei der ersten Probefahrt entgleiste meine 5-teilige Komposition mehrmals. Ebenfalls ist der Zug in engeren Kurven auf dem Schienenkopf aufgelaufen. Das Resultat: Die freude am neuen Wagenmaterial ist schnell verflogen...

Die IC 2000-Komposition überquert einen Viadukt
Kratzspuren durch auflaufen in der Kurve am Wagenboden

Kratzspuren am Wagenboden durch auflaufen der Wagen in engen Kurven sind eine Folge, nebst diversen Entgleisungen.

Nun Genau diesen "Spassbremsen" soll Einhalt geboten werden! Schliesslich sol jeder am Hobby Modelleisenbahn Freude haben.

 

Ein möglicher Lösungsansatz:

Nach eingehender Prüfung der Probleme kristallisierten sich folgende als Hauptursache heraus:

Die Drehgestelle haben relativ wenig Spiel und können den Gleisunebenheiten nicht genügend folgen. Es kommt folglich zu Achsentlastungen und zu Entgleisungen. Die niedrigen Spurkränze verschärfen dieses Problem besonders bei Gleisüberhöhungen zusätzlich.

Auch stehen die seitlichen Blenden der Drehgestelle am Wagenkasten an.

Nun gibt es bekanntlich viele Lösungsansätze. Auch ich habe mir diverse überlegt, wie zum Beispiel das abschleifen der Wagenblenden, um dem Drehgestell mehr Spiel zu verleihen. Doch damit habe ich nur ein Problem beseitigt! Und dies noch mit dem Nachteil, dass ich einen unumkehrbahren Eingriff an den Wagen vorgenommen hätte. Also ist dies nicht der gangbare Weg für mich.

Der Nachfolgende Lösungsansatz war für mich die einzige Lösung, die mich zufriedenstellen konnte. Der Vorteil dabei liegt klar auf der Hand:

- Keine bleibenden Eingriffe in die Konstruktion des Wagens (wie Beispiesweise abtragen von Material)
- Beide Probleme weren auf einmal gelöst
- Im Notfall kann die Modifikation ohne spuren entfernt werden.
- ohne spezielle Handwekliche Fähigkeiten ausführbar.

 

So nun aber zur Ausführung:

Drehgestell mit eingebauter Untrlagsscheibe

Im Drehgestell werden Unterlagsscheiben, um den Drehzapfen gelegt (siehe nebenstehendes Bild). Dadurch bekommt das drehgestell mehr Spiel und der Wagenkasten somit einen grösseren Abstand von den Schienenköpfen.

Die Unterlagsscheiben, die ich verwendet habe, sind eine kleine Bastelei. Ich hatte noch Überreste von Neusilberplatinen zweier Modellbausätze herumliegen. Auf diesen Platinen waren viele U-Scheiben vorhanden, die eigentlich als Ausgleichsstücke bei Ungenauigkeiten bei den entsprechenden Modellen gedacht sind. Diese hatte ich für den Wagen mit einem 2.5 mm Bohrer etwas aufgebohrt.

 

Nachfolgende Masse hat die eingesetzte Unterlagsscheibe:

 

- Duchmesser aussen: 4mm
- Durchmesser Bohrung: 2.5mm
- Materialstärke: 0.2mm

 

Pro Drehgestell habe ich je zwei solcher Unterlagsscheiben eingelegt. Demnach habe ich den Wagenkasten um 0.4mm höhergelegt.

 

Übrigens:
Bei gekauften Unterlagsscheiben gibt es die oben genannten Masse nicht. Bei später gekauften Ergänzungswagen habe ich auch Unterlagsscheiben gekauft, die obigen Abmessungen sehr nahe gekommen sind und danach entsprechend nachbearbeitet (Bohrung auf 2.5mm vergrössert, aber auch den Aussendurchmesser etwas nachbearbeitet.

Mit modifiziertem Drehgestell

Nach dem Einbau des so modifizierten Drehgestells hat zwar der Spalt zwischen Drehgestellblende und Wagenkasten zugenommen, aber dieser Kompromiss ist für den Gewinn einer zuverlässigen Fahreigenschaft, absolut zu verkraften.

 

Fazit:
Der IC 2000 von Hobbytrain kann mit dieser kleinen Modifikationen auch bei nicht immer optimalen Verhältnissen, punkten. Auf jedenfall ist er bei mir zum Star der schienen geworden, und die Freude über den gelungenen Wurf von Hobbytrain ist wieder da.

Auch Ihnen wünsche ich nun mit diesem Zug viel Spass.

   

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